Businessplan

Inklusionsberatung gUG

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Leitbild

Die gUG unterstützt Menschen mit Behinderung dort, wo Zuständigkeiten verschiedener Leistungsträger, Behörden und Hilfesysteme aufeinandertreffen und dadurch Versorgungslücken entstehen. Gleichzeitig untersucht sie diese Problemlagen wissenschaftlich und entwickelt Lösungsvorschläge für Politik, Verwaltung und Praxis.

Problemstellung

Menschen mit Behinderung erleben häufig nicht das Problem einzelner Leistungen, sondern Probleme an den Übergängen zwischen Systemen.

Typische Schnittstellen:

  • Eingliederungshilfe ↔ Pflegeversicherung
  • Eingliederungshilfe ↔ Krankenversicherung
  • Jugendhilfe ↔ Erwachsenenhilfe
  • Schule ↔ Ausbildung
  • Ausbildung ↔ Arbeitsmarkt
  • Werkstatt für behinderte Menschen ↔ allgemeiner Arbeitsmarkt
  • Rehabilitation ↔ langfristige Teilhabeleistungen
  • Krankenhaus ↔ ambulante Versorgung
  • Sozialhilfe ↔ Wohngeld
  • Arbeitsförderung ↔ Erwerbsminderungsrente

An diesen Übergängen entstehen häufig:

  • Zuständigkeitsstreitigkeiten
  • Leistungslücken
  • Doppelbegutachtungen
  • lange Bearbeitungszeiten
  • widersprüchliche Bescheide
  • Überforderung der Betroffenen

Nicht ausreichend abgedeckte Problembereiche

1. Menschen mit komplexen Mehrfachdiagnosen

Beispielsweise:

  • Autismus und psychische Erkrankungen
  • körperliche Behinderung und Suchterkrankung
  • geistige Behinderung und Traumaerfahrung

Diese Personengruppen fallen oft zwischen verschiedene Versorgungssysteme.

2. Unsichtbare Behinderungen

Beispielsweise:

  • Autismus-Spektrum
  • ADHS
  • chronische Erkrankungen
  • seltene Erkrankungen

Hier fehlen häufig passende Beratungs- und Unterstützungsangebote.

3. Übergänge ins Erwachsenenalter

Viele Hilfen enden mit dem 18. oder 21. Lebensjahr.

Probleme entstehen bei:

  • Wohnformen
  • Ausbildung
  • Assistenzleistungen
  • Krankenversicherung
  • rechtlicher Betreuung

4. Behinderung und Armut

Viele Beratungsangebote betrachten Behinderung oder Armut getrennt.

In der Praxis treten häufig auf:

  • Überschuldung
  • Wohnungsprobleme
  • prekäre Beschäftigung
  • soziale Isolation

5. Behinderung und Migration

Zusätzliche Hürden:

  • Sprachbarrieren
  • fehlende Kenntnis sozialer Rechte
  • kulturelle Missverständnisse
  • erschwerter Zugang zu Leistungen

6. Teilhabe im ländlichen Raum

Probleme:

  • fehlender ÖPNV
  • Fachkräftemangel
  • lange Wege
  • geringe Angebotsdichte

Leistungsangebot der gUG

Individuelle Schnittstellenberatung

Spezialisierung auf Fälle mit mehreren Leistungsträgern.

Beispiel:

Eine Person benötigt gleichzeitig:

  • Pflegeleistungen
  • Assistenz
  • Rehabilitationsmaßnahmen
  • Wohnunterstützung

Die gUG begleitet den gesamten Prozess und koordiniert die verschiedenen Akteure.

Fallanalysen

Systematische Untersuchung schwieriger Einzelfälle.

Ziele:

  • Identifikation struktureller Probleme
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen
  • Wissensaufbau für Politik und Verwaltung

Sozialwissenschaftliche Forschung

Forschungsschwerpunkte:

  • Versorgungslücken
  • Teilhabebarrieren
  • Auswirkungen gesetzlicher Regelungen
  • Bürokratische Belastungen
  • Wirkungsanalysen sozialer Leistungen


Monitoring-Berichte

Jährliche Berichte zu:

  • Versorgungslücken
  • Behördenpraxis
  • Teilhabehemmnissen
  • regionalen Unterschieden

Mögliche Alleinstellungsmerkmale 

1. Verbindung von Praxis und Forschung

Nicht nur beraten, sondern Fälle wissenschaftlich auswerten.

2. Fokus auf Systemversagen statt Einzelleistungen

Analyse von Problemen zwischen Institutionen.

3. Evidenzbasierte Politikberatung

Erstellung von:

  • Gutachten
  • Stellungnahmen
  • Handlungsempfehlungen

für Kommunen, Länder und Verbände.

4. Beteiligung von Menschen mit Behinderung

Partizipative Forschung:

  • Peer-Beratung
  • Betroffenenbeiräte
  • Co-Forschung

nach dem Prinzip „Nichts über uns ohne uns“.

Wirkungsziele

Nach 5 Jahren:

  • Dokumentation von mindestens 1.000 Schnittstellenfällen
  • Aufbau einer Datenbank typischer Versorgungslücken
  • Veröffentlichung jährlicher Teilhabe- und Schnittstellenberichte
  • Entwicklung eines anerkannten Kompetenzzentrums für Schnittstellenprobleme im deutschen Sozialleistungssystem
  • Mitwirkung an Gesetzes- und Reformprozessen

Ein solcher Fokus ist förderpolitisch attraktiv, weil er nicht in Konkurrenz zu bestehenden allgemeinen Beratungsstellen steht, sondern eine klar erkennbare Lücke adressiert: die systematische Bearbeitung von Fällen, in denen Menschen mit Behinderung zwischen Zuständigkeiten und Leistungssystemen „verloren gehen“. Dadurch lassen sich sowohl sozialwissenschaftliche Forschung, Sozialberatung als auch politische und fachliche Interessenvertretung sinnvoll miteinander verbinden.