Aufbauprojekt Inklusionsberatung gUG

Projektskizze: Aufbau der gemeinnützigen UG „Inklusion im Fokus (gUG)“

1. Stammdaten zum Projekt

  • Projekttitel: Aufbau Inklusionsberatung gUG
  • Projektträger: Inklusionsberatung gUG
  • Projektlaufzeit:12 Monate
  • Gesamtförderbedarf:ca. 60.000,00 EUR
  • Zielgruppe:Menschen mit Behinderungen/chronischen Erkrankungen an institutionellen Schnittstellen unter besonderer Berücksichtigung von Mehrfachdiskriminierung (Intersektionalität).

2. Ausgangslage und gesellschaftlicher Bedarf

Die deutsche Beratungslandschaft im Bereich Inklusion stößt an zwei zentralen Stellen an ihre Grenzen:

  1. Die Schnittstellenproblematik:Menschen mit komplexen Bedarfen scheitern oft an den Systemübergängen des Sozialrechts (z. B. Übergang Schule/Beruf oder Zuständigkeitsstreitigkeiten zwischen Eingliederungshilfe nach SGB IX und Krankenkassen nach SGB V). Es fehlt an trägerunabhängigen Lotsen.
  2. Die Intersektionalität: Diskriminierungsformen überschneiden sich. Eine migrierte Frau mit Sehbehinderung oder ein queerer Mensch mit chronischer Erkrankung erleben Barrieren, die von Standard-Beratungsstellen selten ganzheitlich erfasst werden.

Der Lösungsansatz: Das Projekt schließt diese Lücke durch den Aufbau einer gUG, die systemübergreifende Schnittstellenkompetenz mit einem intersektionalen Peer-Beratungsansatz (Beratung von Betroffenen für Betroffene) verknüpft.

3. Projektziele

  • Struktureller Aufbau: Rechtliche Gründung, Erlangung der Gemeinnützigkeit und Aufbau der administrativen Basis der gUG.
  • Konzeptualisierung: Entwicklung eines fundierten Beratungsleitfadens für intersektionale Peer-Beratung im Schnittstellenrecht.
  • Erprobung: Durchführung einer 6-monatigen Pilotberatungsphase zur Validierung des Konzepts.
  • Netzwerkbildung: Etablierung von Kooperationen mit lokalen Behörden, EUTB-Stellen und Antidiskrimierungsnetzwerken.

4. Kernkomponenten des Konzepts

  • Schnittstellenkompetenz: Rechtliche Orientierungsberatung in den Grauzonen der Sozialgesetzbücher (insb. SGB II, V, IX, XII), um Zuständigkeitsstreitigkeiten für Ratsuchende zu moderieren.
  • Intersektionaler Ansatz: Barrierefreie, kultursensible und diskriminierungsfreie Beratung, die alle Identitätsmerkmale der Ratsuchenden einbezieht.
  • Peer Counseling: Beratung auf Augenhöhe durch qualifiziertes Personal mit eigener Inklusions- oder Diskriminierungserfahrung zur Stärkung der Selbstwirksamkeit (Empowerment).

5. Arbeits- und Meilensteinplanung (12 Monate)

  • Quartal 1: Fundierung & Gründung
    • Notarielle Gründung der gUG und Beantragung der Gemeinnützigkeit.
    • Erstellung des finalen Beratungs- und Datenschutzkonzepts.
  • Quartal 2: Infrastruktur & Qualifizierung
    • Besetzung der Projektstelle (30 % TVöD E10) und Einrichtung des Arbeitsplatzes.
    • Erstellung von barrierefreien Informationsmaterialien.
  • Quartal 3: Pilotphase & Vernetzung
    • Start der kostenfreien Pilotberatungen (Fokus: Schnittstellenfälle).
    • Aufbau von Kooperationen mit Leistungsträgern und Selbstvertretungsorganisationen.
  • Quartal 4: Evaluation & Verstetigung
    • Auswertung der Fallzahlen und Beratungsergebnisse.
    • Entwicklung einer Folgestrategie zur langfristigen Finanzierung (z. B. über Leistungsvereinbarungen, Folgestiftungen oder Schulungsangebote).