Beispiele aus der Inklusionsberatung (fiktiv)

Marc ist 25. Er arbeitet in einer Behindertenwerkstatt. Marc lebt mit einer Lernschwierigkeit. Vor einiger Zeit hat er verschiedene Verträge und Käufe abgeschlossen und getätigt. Er verlor darüber die Übersicht. Jetzt hat Marc viele Schulden. Zu viele, als dass er sie bezahlen könnte. Marc fragt bei seiner Betreuerin, was er tun soll. Diese schickt ihn zur Schuldnerberatung. Marc sitzt in der ersten Beratung der Hilfeeinrichtung für überschuldete Menschen. Ihm wird erklärt, was jetzt möglicherweise passiert, also die Vorbereitung einer Privatinsolvenz. Marc hört zu, nickt immer wieder. Nach dem Gespräch bedankt sich Marc für die Beratung. Er fährt zurück zu seiner Einrichtung. Dort wird er von der Betreuerin gefragt, wie das Gespräch verlaufen sei. Sehr gut, antwortet dieser und geht zum Abendessen. 1 Jahre später erinnert sich seine Betreuerin an die Sache. Sie fragt Marc danach. Dieser erklärt, dass alles in Ordnung sei. Das stimmt aber nicht. Er konnte den Ausführungen des Schuldnerberaters nicht folgen, da gab es keine einfache Sprache. Ihm fiel es auch schwer, sich in der Gesprächssituation zu behaupten und dem Berater seine Bedarfe mitzuteilen. Seine Betreuerin war auch nicht dabei. Marc verdrängte danach die Sache. Marc hat immer noch Schulden. 

Yvonne ist 35. Sie lebt seit 5 Jahren auf der Straße. Vor 3 Jahren wurde von einem Arzt, den sie ausnahmsweise aufgesucht hatte, die Verdachtsdiagnosen Diabetes Typ 2, Depression und eine weitere Stoffwechselkrankheit geäu0ert.  Yvonne konnte damit nicht viel anfangen. Sie hat es auf der Straße sehr schwer, gerät immer wieder in brenzlige Situation, ist nur ab und zu mal angebunden an die Hilfestruktur für Obdachlose vor Ort. Was sie merkt sind Durchblutungsstörungen in ihre Füßen. Durch die Depression und den Schlafmangel erlebt sie kaum einen Morgen. Meistens erwacht sie am späten Nachmittag. Fast alle Ämter sind dann geschlossen, ebenso wie viele Hilfeeinrichtungen. Sie weiß, sie müsste sich um so vieles kümmern. Ihr Konto, ihre Grundsicherung, ihre ärztliche Versorgung. Yvonne hat aber keine Chance, ausreichende Hilfsangebote wahrzunehmen. Ihre Lage verschlechtert sich immer mehr.